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Der Hochzeitslader

Der Hochzeitslader ist eine gewitzte Person, ein frecher Alleinunterhalter mit musikalischen Ambitionen, er beherrscht eine Vielzahl von Witzen und Gstanzeln, kennt die Leute und Gebräuche und er darf auf keiner traditionellen Bauernhochzeit fehlen: Der Hochzeitslader - ein bayerisches Organisations- und Unterhaltungstalent. Früher auch als "Schmuser", "Prograder", "Ehrvater" oder "Hochzeitsbitter" bezeichnet, ist er auch heute noch neben dem Brautpaar die wichtigste Person auf einer traditionellen Landhochzeit. Der Hochzeitslader bereitet das Brautpaar auf ihren Tag vor. Er begleitet die frischgebackenen Eheleute den ganzen Tag über, übernimmt die Leitung des Festes als eine Art Zeremonienmeister, hält die Hochzeitsreden, koordiniert die Ehrentänze und füllt die Pausen der Musiker mit Witzen, Gstanzln oder lustigen Einlagen.

Ein Mann mit vielen Aufgaben


Früher hatte der Mann, der hauptberuflich oft der Schulmeister oder der Viehhändler des Ortes war, sogar noch weiter reichende Aufgaben: Mancherorts war er dafür zuständig, die Paare zu verkuppeln. Dabei musste allerdings der Faktor Liebe hinten anstehen, denn es drehte sich fast ausschließlich um wirtschaftlich begründete Vereinigungen. Wenn dann alle offiziellen Aspekte von der Festlegung des "Mahlgeldes" (Die Gäste beteiligten sich früher an den Kosten für das Hochzeitsmahl) bis hin zum Aushandeln der Aussteuer von ihm geregelt waren, zog der Hochzeitslader los, um die Gäste einzuladen.

Persönliche Einladungen


Dieser Brauch geht zurück auf eine Zeit, in der es speziell auf dem Lande noch keine Postverbindung gab.Mit dem Hochzeitslader stecken, der mit Bändern in Rot für die Liebe, Blau für die Treue, Weiß für die Jungfräulichkeit und Grün für die Hoffnung geschmückt war, im Knopfloch oder auf dem Hut ein Sträußchen Rosmarin, manchmal in Begleitung eines Musikanten zog der Mann von Haus zu Haus, um die Gäste mit einem originellen Gedicht zur Hochzeit einzuladen. Auch das sprach dafür, dass man für den Posten des Hochzeitsladers einen gebildeten Mann auswählte: Er konnte sich besser artikulieren als die heiratenden Bauersleute.
Das Hochzeitsladen ist auch heute noch ein beliebter Brauch, der vor allem im Chiemgau und Rupertiwinkel noch praktiziert wird. 
Gruber Anton  | grubertoni@gmx.de